11. Juni – 22. Juni 2022

ANTWORT DES KÜNSTLERS AUF HÉLIO OITICICA 'SUBTERRANEAN TROPICÁLIA PROJEKTE: PN15 1971/2022'
VORÜBERGEHENDE ERDZEICHNUNG

Raphaela Melson
Querido Hélio, ich habe einen unterirdischen Grundriss erstellt
Zu sehen 17. Juni – 22. Juni 2022

Raphaela Melsohns Erdzeichnung im Sokrates-Park besteht aus markierten Linien im Boden, die Hélio Oiticicas Maquette durch Sokrates erweitern. Die Linien werden mit zwei Verfahren hergestellt, Graben und Hinzufügen von Erde. Die gegrabenen Linien bringen den Boden zum Vorschein, machen ihn sichtbar und verweisen auf die Idee der unterirdischen Architektur. Die hinzugefügte Erde erinnert an Oiticicas Erdarbeiten Contra-Bólide (Devolver a terra a terra) von 1978 [To return earth to the earth]. Melsohns Linien differenzieren die Oberfläche zum Gehen und schaffen einen Grundriss aus Erde und Gras, durch den unsere Körper gehen können. Außerdem prägen sie den Boden und verschieben leicht die Topografie des Bodens. Der Markierungsprozess durch Graben von Linien verbindet sich mit Oiticicas architektonischer Übersetzung des Modells des Subterranean Tropicalia Project. Die Linien folgen Entscheidungen, die getroffen wurden, um das architektonische Stück maßstabsgetreu zu gestalten, wie z. B. die gekrümmten Wände, Maße, Materialien und Formen in Oiticicas Werk.

Künstlergespräch mit Raphaela Melsohn
Querido Helio, wie kann ich dich übersetzen?

Dienstag, 21. Juni 2022 | 5:30 Uhr, Dauer 45 Min
in Verbindung mit Sommer-Sonnenwende

Über den Künstler


Ich interessiere mich dafür, Umgebungen von und zu unseren Körpern zu konstruieren, im Gegensatz zur Anpassung unserer Körper an einen ergonomischen Standardraum. Ich glaube an ständige Flüsse, Löcher und organische Formen, die darauf abzielen, den Raum so zu brechen, wie er ist, und unsere Körper zu brechen, während wir sie normalisieren.

Unter den jüngsten Ausstellungen „Por muito tempo acreditei ter sonhado que era livre“ Arte Atual (Tomie Ohtake Institute, 2022), Columbia MFA Thesis Show (Wallach Gallery, 2022), „Biblioteca Floresta“ (SESC Belenzinho, 2021), Eco Shifters (Fondazione La Fabbrica del Cioccolato, 2019). Einzelausstellungen „Das Tragen einer Falle“ (Casamata, 2016) und „Ermittlungen im VIDEO: Register, Blickverschiebung und Denkweisen“ (MIS, 2016).

Bildnachweis: Júlia Pontés, Noara Quintana.

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