Artworks

Vitrine, 1999

Ich besuchte den Sokrates-Skulpturenpark im Winter 1998 und war erschrocken über die deutliche Präsenz der Vereinigten Staaten, des Parkamts und der kommunalen Flaggen und Fahnenmasten im Kontrast zu den persönlichen Visionen der Künstler. Sowohl die Fahnen als auch der Fahnenmast sind die Deklaration einer vielfältigen Reihe soziopolitischer Räume und anomaler Objekte in einem Skulpturenpark, aber wir diskutieren nicht weiter, was sie bedeuten oder welche Lexika sie konstruieren. Ich wollte herausfinden, was aus diesen Objekten im engen Kreis der Skulptur wird.

Vitrine (Architektur für Fahnen) ist eine begehbare Umfriedung, die die Fahnen und den Fahnenmast umgibt und die Menschen näher an die Fahnen einlädt, als sie sonst vielleicht gekommen wären. Vitrine ist ein Reflexionsraum, um über einen institutionellen Komplex nachzudenken oder ihn einzuhüllen, zu dem man gehören oder von dem man ausgeschlossen sein kann. Dieses Werk ist die Reibung zwischen „Long May It Wave“ und „Don’t grow old, don’t fad away“.

Vitrine (Architektur für Fahnen) ist orts- und kontextspezifisch – eine Skulptur, eine Privatisierung öffentlicher Territorien, die zwangsläufig über Privateigentum hängt, eine Zurschaustellung der Körperlichkeit von (Un-)Freiheit. Was mich überzeugend fand, war nicht nur die Möglichkeit, etwas Neues in etwas Gewesenem erkennen zu lassen, sondern mehr noch, einen zu zwingen, einem Objekt ein Bild (sein Bild) zu geben, das man so gut kennt wie sein eigenes Gesicht.

Ausstellungen

26. September 1999 – 16. April 2000 Ozymandias
16. Mai – 15. August 1999 7,840,800 cu ft